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Start rechte Strategien und Praxis Gewalt/Terror "Tod und Vernichtung diesem roten Mob" im "national befreiten Gera"

"Tod und Vernichtung diesem roten Mob" im "national befreiten Gera"

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auch-das-spricht-fuer-sich-"Tod und Vernichtung diesem roten Mob" forderte vor rund 1100 nationalen Deutschen im "national befreiten Gera" bei ihrer Kundgebung mit "Rock für Deutschland" der NPD-Abgeordnete Andreas Storr.
Seit 2003 gibt es diese nationalistische Veranstaltung in Gera. Im letzten Jahr brachten die Nazis gar 4000 Besucher auf die Beine.

 

schwerdtDer thüringische NPD-Landesvorsitzende Frank Schwerdt (Foto) begrüßte die Teilnehmer bei der Veranstaltung.

Der Geraer Oberbürgermeister Norbert Vornehm hatte zuvor zum Widerstand gegen die faschistische Veranstaltung aufgerufen. In einem Eilantrag hatte die NPD dieses dem Stadtoberhaupt verbieten lassen wollen.
Das Gericht entschied zwar, dass es unvereinbar sei, als Versammlungsbehörde eine Demonstration zu genehmigen und zugleich zu Gegenaktionen aufzurufen. Als Privatperson und Stadtratsmitglied stünde ihm dies aber wiederum frei, sagte ein Gerichtssprecher laut Mitteldeutschem Rundfunk.

Schwerdt hob vor allem die gute Zusammenarbeit mit den "parteiungebundenen Kameraden" hervor. Gemeint sind damit die Freien Kameradschaften, die immer wieder durch Gewalt und Terror auffallen.

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Den Zugang zur Veranstaltung zu blockieren war demokratischen Demonstranten nicht gelungen. Die Polizei geleitete die Nazis in kleinen Gruppen auf das Veranstaltungsgelände. Der Versammlungsleiter Gordon Richter rief: "Hey, ihr Schreihälse da draußen. Deutschland lässt sich nicht blockieren!“ Während er die Presse einlud, über die Veranstaltung zu berichten, begann die Gruppe "Wiege des Schicksals" ihren Auftritt mit dem Lied "Die Presse lügt". Auch der sächsische Abgeordnete Andreas Storr erklärte, dass es wichtig sei, "dass wir erst mal die Redaktionsstuben der Lügenpresse lahmlegen und besetzen. Das wird unsere erste Aufgabe sein“.

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„Wir sagen: Tod, Vernichtung diesem roten Mob! Nicht unser Volk darf sterben, sondern dieser volksfeindliche Pöbel, den wir heute wieder in dieser Stadt erleben mussten, der muss weg!“, forderte der sächsische NPD-Landtagsabgeordnete Andreas Storr (Foto). Kein weiterer Ausländer dürfe mehr nach Deutschland kommen. Deshalb bräuchten wir "in diesem Lande eine nationale Revolution – eine Revolution, die die Herrschenden wegfegt!“


"Das deutsche Volk stirbt aus, wenn wir keinen Widerstand leisten“ orakelte auch der JN-Vorsitzende Michael Schäfer.
„Ich freue mich, wenn Deutschland gewinnt. Ich frage mich bloß, was dort so Leute wie Özil und Cacau zu tun haben“, hetzte er zur Belustigung der Anwesenden Neonazis über Mitglieder der DFB-Elf, denen er wenige Sätze vorher bereits den Aufenthalt in Deutschland abzuerkennen versuchte, als er sagte: „Für mich ist ein Deutscher nicht der, der so eine kleine Plastikkarte besitzt. Für mich hat Deutsch etwas mit Blut zu tun.“ Gewohnt rassistisch fuhr der ehemalige Kameradschaftsaktivist Schäfer fort: „Ich habe Kakao zuhause, aber der gehört in die Tasse und nicht in die deutsche Nationalmannschaft.“

Der ursprünglich als Redner angekündigte Münchner Nazi Philipp Hasselbach konnte nicht zur Veranstaltung kommen. Der mehrfache Gewalttäter sitzt derzeit wegen des Verdachts der gefährlichen Körperverletzung in Untersuchungshaft.

frontralkraftWie die Reden, so auch die Musik. Die Cottbuser Band "Frontalkraft" (Foto) rief auf: „Die Schlacht beginnt, macht euch bereit!“ Auch hier wurde den Gegnern mit brutaler Gewalt gedroht: "Wenn sich hier endlich alle einig sind, heißt es: Totaler Widerstand! Ja, es wird viele Opfer geben […] Verräter lauft um eure Leben, wenn unser Reich nach Rache ruft!“ und: „Schwarz ist die Nacht, in der wir euch kriegen. Weiß sind die Männer, die für Deutschland siegen. Rot ist das Blut, auf dem Asphalt.“

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Die Metal-Band "Projekt Vril" sang gegen die angebliche Besatzerpropaganda an und deklamierte ein Gedicht des amerikanischen Nazi-Terroristen Timothy Mcveigh, der 1995 bei einem Bombenanschlag 168 Menschen ermordete.

Zuletzt aktualisiert am Dienstag, den 17. August 2010 um 18:18 Uhr  

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