Antifaschismus 2.0

Verschwörungstheorien und Faschismus im Web 2.0

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Was darf die Satire?

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GröTaZNein, wir haben sie nicht erfunden: die Satire als Mittel der politischen Auseinandersetzung mit menschenfeindlichen Ideologien, rechter Esoterik und Verschwörungstheorien.

 

Und wir sind auch nicht die ersten, die dies erkannt haben. Schon Kurt Tucholsky und Erich Kästner waren Meister in dieser Disziplin. Und wir erheben auch keineswegs den Anspruch, uns mit diesen Meistern ihres Metiers messen zu wollen.

Dennoch dürfte dem ein oder anderen Besucher unserer Website aufgefallen sein, dass wir manches, was so durch die unendlichen Weiten des Internets schwirrt, gerne auch satirisch aufspießen. Sei es die Behauptung von Verschwörungstheoretikern, die Erdbeben in Chile und Haiti seien von einer amerikanischen Erdbebenwaffe verursacht oder sei es die Ankündigung der Währungsreform durch sogenannte Finanzexperten für das Wochenende 15/16. Mai 2010 oder sei es die Entstehung von Chemtrails und künstlichen Wolken.

Dass viele Leser - speziell die, die es angeht - mit solchen Satiren nicht umgehen können, ja diese nicht selten gar für bare Münze halten, stellen wir dabei immer wieder amüsiert fest. Obwohl wir ja nur Scheine und keine Münzen abgebildet haben. Aber je unglaubwürdiger etwas dargestellt wird, umso eher sind Verschwörungstheoretiker geneigt, es zu glauben. Dabei fällt dann auch niemandem auf, dass die angeblichen neuen DM-Scheine in Wirklichkeit die alten sind, die in 50er Jahren  bis Anfang der 1960er Jahre in Deutschland in Umlauf waren.

Aber auch andere, die sich mit dem rechten Müll auf humorige Art auseinandersetzen, werden vom Objekt ihrer Satire scharf angegangen.

Storch Heinar gegen Rechts!

Storch Heinar gegen RechtsSo haben ein paar Antifaschisten aus Mecklenburg - Vorpommern die Nazi-Kleider-Marke "Thor-Steinar" im Visier und vertreiben Klamotten und Accessoires unter dem Markenname "Storch Heinar". Wegen dieser angeblichen Verwechslungsgefahr wurden sie vom "Thor-Steinar"-Hersteller verklagt.

KältekreuzStorch Heinar benutzt dabei Nazi-Propaganda und setzt sie satirisch in Szene. Nazi-Symbole werden so zu witzigen Persiflagen. Aus dem Keltenkreuz wird ein Kältekreuz, aus dem Gröfaz wird die GröTaZ - die größte Tasse aller Zeiten. Als ein NPD-Redner von dem großen deutschen Dichter "Grillpanzer" sprach, wurde daraus das Bild eines Grills mit einer Panzerkanone.

Am 23.6. soll nun der Prozess gegen die antifaschistischen Kleidermacher beginnen. Wir wünschen den Kolleginnen und Kollegen viel Erfolg. Wer auch ein Weltkriegsverliererbesieger werden möchte, dem empfehlen wir einen Einkaufsbummel auf der Website von Storch Heinar.

Mit einer SMS an 81190 mit dem Text STORCH kann man € 3,-- für die Finanzierung des bevorstehenden Rechtsstreits mit der Nazi-Klamotten-Marke spenden.
Viel Spaß dabei.

Achja: Was darf Satire? 

Alles ! 

Antwortete hierauf  der Großmeister deutscher Satire, Kurt Tucholsky. Nun in manchen Fällen muss auch ein Gericht darüber entscheiden.

 

Zuletzt aktualisiert am Freitag, den 21. Mai 2010 um 20:17 Uhr  

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